Auf der letzten Sitzung des Jugendvorstandes haben wir beschlossen die europäischen Aktionstage des Bündnisses Blockupy Frankfurt unter dem Motto „Widerstand gegen das Spardiktat von Troika und Regierung. Für internationale Solidarität und Demokratisierung aller Lebensbereiche“ zu unterstützen.
Jule, Pascal und Kaddi berichten von ihren Erlebnissen:
„Pascal und ich sind am Donnerstag Nachmittag mit Aussicht auf ein paar Stunden Schlaf zu Kaddi nach Mainz gefahren. Nach Absprache in der Gruppe und Einschätzung der Situation in Frankfurt – wir haben das Geschehen die ganze Zeit über die Sozialen Netzwerke und über den Livestream verfolgt – haben wir uns dazu entschlossen, mit dem letzten Zug um 0 Uhr nach Frankfurt zu fahren. Der eigentliche Plan wäre es gewesen erst Freitags morgens um 4 Uhr mit dem ersten Zug nach Frankfurt zu fahren, aber als wir sahen was in Frankfurt los war, rechneten wir damit Freitags morgens nicht mehr in die Stadt gelassen zu werden – was sich im Nachhinein auch bewahrheitet hat. In Frankfurt angekommen machten wir uns auf den Weg zum DGB-Haus um noch einen Schlafplatz für die Nacht zu finden. Man schickte uns in einen Randbezirk, wo es ein Camp gab, in dem wir schlafen sollten. Dort angekommen fanden wir das Camp allerdings schon geschlossen vor. Also nichts wie zurück zum DGB-Haus um noch ein paar Stündchen Schlaf unter freiem Himmel zu genießen. Und es war so saukalt!!! Frisch, fröhlich und munter ging es um halb 7 zu den Kolleg_Innen von verdi. Dort wartete schon ein Kammeramann von Streik TV, der uns den ganzen Tag mit Kamera und Mikrofon begleitete, was uns vermutlich in einigen Situationen den Hintern geretet hat. Bis um halb 8 mussten wir allerdings noch auf Infos warten, die Blockupy über Twitter rausgab. Danach gings los Richtung Bankenviertel zum Willy-Brandt-Platz, direkt zu den Absperrungen vor der EZB. Als wir dort ankamen, hatte die Polizei glücklicherweise schon alles abgeriegelt und blockiert. Vom Willy-Brandt-Platz aus gaben wir dem Info-Telefon weiter, dass der Weg zur EZB frei ist und alle Demonstrant_Innen sich auf den Weg machen sollen. In der Innenstadt waren mehrere Demozüge unterwegs, die jedoch von der Polizei behindert oder gekesselt wurden. Nichtsdestotrotz schafften es 400 Demonstrant_Innen zum Willy-Brandt-Platz, unter anderem auch die Kolleg_Innen von der ver.di Jugend Rheinland-Pfalz. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Polizei dann auch uns gekesselt hatte. Sowie Wasserwerfer und Räumfahrzeuge aufgefahren wurden. Zwei Demonstrationen versuchten sich uns anzuschließen, diese wurden allerdings auch gekesselt und von der Polizei zurück gedrängt.
Unsere Blockade wurde von der Polizei „aufgelöst“ und zwei Mal aufgefordert den Platz zu verlassen. Nach langen Diskussionen im Plenum entschlossen wir uns dazu die Blockade langsam zu verlassen um nicht in der Gefangenensammelstelle zu landen, sondern stattdessen an kleineren Aktionen teilzunehmen. Wir machten uns auf den Weg zurück zum DGB-Haus, das kurz nach unserer Ankunft plötzlich von der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) umstellt war, die mit Tränengas anrückten, Demonstrant_Innen verhafteten und sogar das Gebäude durchsuchen wollten (ein ähnliches Vorgehen gegen Gewerkschaftshäuser gab unseres Wissens nach das letzte mal vor ca. 80 Jahren). Hauptamtliche des DGB konnten dies jedoch durch ihr Hausrecht verhindern. Nach dieser kleinen Aufregung machten wir uns auf den Weg zu einer weiteren Protestaktion zu Maredo, um uns mit den entlassenen Beschäftigten zu solidarisieren (Hintergrund: Nach der Gründung eines Betriebsrates hat die Geschäftsführung als Konsequenz einen Großteil der Belegschaft fristlos entlassen und trotz eines Gerichtsverfahrens bis heute nicht wieder eingestellt). Auf dem Weg dorthin mussten wir uns Ausweiskontrollen und Durchsuchungen unterziehen. Fast der gesamte Innenstadtbereich wurde von der Polizei abgeriegelt und lahmgelegt.
Nach erfolgreichen Aktionen, sowohl vor der EZB, als auch in der Innenstadt, machten wir uns gegen 17 Uhr kaputt aber glücklich auf den Weg zurück nach Mainz, wo wir glücklich und zufrieden 14 Stunden durchschliefen.
Fazit der Aktionen:
Trotz (undemokratischem) Verbot jeglicher Aktionen und Versammlungen haben die Tage gezeigt, dass man mit friedlichem zivilem Ungehorsam ein Zeichen setzen kann und sich die Demokratie nicht durch Repression und massives Polizeiaufgebot einschränken lässt. Das sehen einige Medien ähnlich:
Der Bericht von Streik TV folgt in den nächsten Tagen.
Der Kampf für eine bessere Welt geht weiter.“















