Bildungspolitik

Die ver.di Jugend Saar und Rheinland-Pfalz fordert eine Chancengleichheit für den Zugang zur Bildung für alle Menschen und ein durchlässigeres Bildungssystem – vom Kindergarten bis zur Hochschule und bei beruflicher (Weiter-)Bildung.

Bildung ist ein Grundstein für die Sozialisation in die Gesellschaft und die Selbstverwirklichung des jeweiligen Individuums. Sie beginnt ab dem Besuch des Kindergartens.

In vielen Bundesländern ist bis zum letzten Kindergartenjahr ein monatlicher Beitrag zu bezahlen. In Rheinland-Pfalz hingegen ist der Kindergarten ab dem zweiten Lebensjahr des Kindes kostenfrei. Dieses muss in jedem Bundesland gegeben sein. Denn es sollte nicht von dem Bundesland abhängig gemacht werden, ob sich die Eltern die Bildung ihres Kindes leisten können oder nicht. In Deutschland besteht ein akuter Mangel an Kindergartenplätzen und an Erzieher_innen. An diesem Punkt müsste ebenfalls angesetzt werden.

Es kann nicht sein, dass durch die Schulbildungssysteme der jeweiligen Bundesländer zum Beispiel Kinder in Bayern eine bessere Bildung erhalten als Kinder aus dem Saarland. Dieses beweisen aber die PISA-Studien von 2000-2009. Aus diesem Grund müssen die Bildungssysteme das bestmögliche Niveau angeglichen werden.

Bildung sollte nicht vom Einkommen und dem sozialen Status abhängig gemacht werden. Wir kritisieren, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinanderzieht und dieses auch gravierende Auswirkungen auf die Bildung hat. Selbst der UN-Bildungsbeauftragte Vernor Munoz äußerte sich im Februar 2006 kritisch zu der mangelnden Chancengleichheit der deutschen Bildungspolitik. Laut der Bildungschance des deutschen Bildungssystems sollte eine Chancengleichheit gegeben sein, jedoch wird die Chancengerechtigkeit hier ganz klar in Frage gestellt. Das Deutsche Studentenwerk hat herausgefunden, dass 83% der Kinder von Eltern, die studiert haben, ebenfalls studieren. Von Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, studieren nur 23%.

Deswegen fordern wir unter anderem Lehrmittelfreiheit, kostenlose Förderung, Abschaffung der Studiengebühren, kostenlose Ausbildungen, interkulturelle Pädagogik und Stärkung der Schülervertretungen (SV).

Die Ausbildung der Pädagog_innen jeglicher Art muss praxisorientierter stattfinden und auch das Gehalt auf die Leistung angemessen sein.

Viele Unternehmen klagen Jahr für Jahr darüber, dass Jugendliche nicht ausbildungsfähig sind, da sie nicht ausreichend auf die Arbeitswelt vorbereitet wurden.

Vielmehr müssen die Unternehmen einfach in Ausbildungsplätze investieren, denn das Argument, dass die Jugendlichen nicht ausbildungsfähig sind, ist nur eine Ausrede, um keine Ausbildungsplätze bereitzustellen und nicht in Azubis investieren zu müssen.